Mädchen - Landkreis Stade

Was kannst du tun, um die Welt besser zu machen?
Chiara von FFF gibt Tipps für Mädchen sich zu engagieren

Hallo, ich bin Chiara aus der Fridays-For-Future-Ortsgruppe Stade. Seit Anfang 2019 helfe ich mit, Demos zu organisieren, mit Politikern und Politikerinnen zu sprechen und das Thema Klima- und Umweltschutz in den Vordergrund der Medien und der Gesellschaft zu bringen. Ich weiß nur zu gut, dass diese Probleme beängstigend und überwältigend wirken können, aber ich habe hier für euch einige Aktionen zusammengestellt, mit denen jeder die Welt ein wenig verbessern kann:

Als Konsumentin kannst du einiges dazu beitragen. Deine Lebensmittel regional und saisonal einzukaufen ist schon mal ein guter Anfang, wenn du die finanziellen Mittel dazu hast, ist Bio natürlich am besten. Wenn du noch bei deinen Eltern wohnst und sie die Einkäufe erledigen, kannst du dich ja mal mit ihnen hinsetzen und besprechen, was ihr als Familie gemeinsam tun könnt.

Du hast sicher schon mal von Zero Waste gehört, diese Bewegung hat das Ziel, so gut wie keinen Müll zu produzieren. Das ist aber sehr schwierig und im Endeffekt brauchen wir nicht drei Menschen, die perfekt Zero Waste praktizieren, sondern Milliarden, die darauf achten, insgesamt weniger Müll zu verursachen. Dafür brauchst du auch keinen wiederverwendbaren Strohhalm oder neue Glasbehälter, konsumiere einfach weniger, nutze die Tupperdosen, die ihr sowieso schon habt und die Gläser, in denen vorher Marmelade war. Hier in Stade bietet das Café Natura zudem unverpackte Waren an, die ihr in mitgebrachten Containern selbst abfüllen könnt.

Die Modeindustrie ist eine der katastrophalsten Industrien für unseren Planeten und Mitmenschen. Ausbeutung, Umweltverschmutzung und Wegwerfgesellschaft finden sich hier zusammen.

Fairtrade-Mode bietet eine tolle Alternative dazu, ist aber oftmals für junge Menschen zu teuer. Ich finde, Second-Hand bzw. Vintage-Klamotten sind die perfekte Alternative, weil sie meist sehr günstig sind und keine neuen Ressourcen verbrauchen. Außerdem findet man in Second-Hand-Läden Dinge, die einzgartig sind und die nicht jeder trägt. In Stade findest du zum Beispiel im Kaufhaus mit Herz oder Marinas Flohmarkthalle echte Schätze für wenig Geld, wenn du ein bisschen wühlst. Wenn du nach etwas bestimmten suchst, findest du sicher etwas auf Webseiten wie Kleiderkreisel oder ebay Kleinanzeigen.

Die meisten Dinge, die du konsumierst, findest du oftmals aus zweiter Hand im guten Zustand. Egal ob Smartphones, Bücher oder Schuhe, dank des Internets haben wir unendliche Möglichkeiten, alles was wir brauchen auch zu kriegen, bloß für weniger Geld und mit einem besseren Einfluss auf die Umwelt. Als einzelne Konsumentin kannst du also einiges erreichen, aber vielleicht fragst du dich jetzt, was das alles bringen soll, wenn du dabei das Gefühl hast, damit alleine oder eine von wenigen zu sein. Das Gefühl kenne ich gut und genau da kommt der zweite und noch effektivere Teil deines Klimaschutzes zum Tragen: Werde politisch aktiv!

Das klingt vielleicht erst mal etwas kompliziert, aber im Grunde ist es sehr simpel. Du kannst dich beispielsweise in Gruppen oder Parteien engagieren. Bei Fridays for Future geht es dabei zum Beispiel viel um Organisation von Events, Social Media wie Instagram oder Whatsapp-Gruppen und generell einfach darum, Aufmerksamkeit zu schaffen und in den Dialog zu kommen.

In den politischen Parteien habe ich persönlich noch keine Erfahrungen gemacht, aber generell hast du dort eine bessere Chance, direkt in der Politik mitzuwirken und später vielleicht sogar als Politikerin zu arbeiten. Einige der Parteien haben Jugendgruppen bzw. Jugendorganisationen. Ihr findet die örtlichen Kontaktdaten im Netz!

Möchtest du lieber praktisch mithelfen und die Ergebnisse deines Engagements direkt sehen, dann sind Organisationen wie der NABU (Naturschutzbund) vielleicht etwas für dich, weil du dort helfen kannst, in deiner Umgebung Biotope zu renaturieren oder Tiere zu schützen.

Falls du dir nach deinem Schulabschluss gerne ein Jahr nutzen möchtest, um dich ehrenamtlich zu engagieren, gibt es die Möglichkeit, ein FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) zu machen, zum Beispiel in der ökologischen Landwirtschaft oder bei Umweltschutzorganisationen.

Vielleicht möchtest du nach der Schule auch reisen und bzw. oder dich in einem anderen Land für den Umweltschutz einsetzen. Behalte dabei aber im Kopf, dass weite Reisen meist eine große Belastung für das Klima und deinen CO2-Fußabdruck sind. Ich will dich nicht vom Reisen abhalten, aber falls du währenddessen auch noch Umweltschützerin sein möchtest, such dir lieber ein Ziel, dass du mit Bahn oder Fernbus erreichen kannst. In der 11. dachte ich auch, ich flieg nach Galapagos und rette Schildkröten. Dass das allerdings weder gut für die Umwelt noch für die dortigen lokalen Infrastrukturen ist, wurde mir irgendwann auch klar und ich machte stattdessen eine Reise durch Europa – ich habe es nicht bereut.

Jetzt gerade leben wir allerdings in einer Zeit, in der uns das alles durch den Corona-Lockdown erheblich erschwert wird. Demos und Gruppentreffen sind verboten, und dadurch ist es nicht so einfach, weiter politisch aktiv zu sein. Aber wir haben dafür schon einige Lösungen gefunden!

Am 24.04. war zum Beispiel ein Netzstreik. Der hat sich so ausgedrückt, dass wir in der Stadt Plakate verteilt haben und die Menschen dazu aufgerufen haben, Fotos von sich und ihren Plakaten auf Social Media zu teilen. FFF Deutschland hat zudem einen Lifestream von Berlin und einigen anderen Orten aus gesendet. Außerdem gibt es in letzter Zeit oft Webinare, an denen auch bekannte Persönlichkeiten wie Vanessa Nakate, Henning May oder Luisa Neubauer teilnehmen.

Soziale Medien geben uns, mit oder ohne Pandemie, die tolle Möglichkeit, viele Menschen auf unsere Themen aufmerksam zu machen, sie daran zu erinnern oder zu informieren. Falls du auch einen Instagram-, Twitter- oder Facebook-Account hast, nutze ihn gerne um mit deinen Freunden und Followern ins Gespräch zu kommen, indem du beispielsweise Veranstaltungen, Petitionen oder interessante Artikel teilst.

Auch als Künstlerin kannst du dich wunderbar für die Umwelt einsetzen. Schreibe, male, bastle, schneidere etc. und verarbeite in deinen Werken das, was dich beschäftigt, um den Betrachtern eine Problematik zu vermitteln oder sogar einen Lösungsweg vorzustellen.

Wenn du gerne Musik machst, kannst du auch auf Instagram oder Youtube ein Onlinekonzert für deine Freunde geben, indem du zum Beispiel politische Lieder zum Besten gibst oder zu einer Spendenaktion aufrufst.

Allgemein schadet es niemandem, sich mit Klimawandel und -politik ein bisschen auszukennen. Es gibt im Internet tausende Texte, Videos und Podcasts, mit denen du entspannt ein paar Fakten und Infos dazu lernen kannst. Denn wenn du dann mal in ein Gespräch mit einem Klimawandelleugner verwickelt werden solltest, ist es wirklich hilfreich, ein paar wasserfeste Argumente parat zu haben und dadurch vielleicht auch in einen konstruktiven Austausch zu kommen.

Knowledge is power! Wissen ist Macht! Vielleicht die größte Macht, die wir haben, um die Klimakatastrophe zu verhindern.

Es gibt also viele Wege, dich für deine Zukunft einzusetzen. Das hier sind gerade alle, die mir einfallen, aber falls du um noch mehr Möglichkeiten weißt, kannst du sie uns hier gerne schicken:

• Instagram: @fridaysforfuturestade (Hier sind wir am aktivsten)

• Facebook: @fridaysforfuturestade

• E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ich wünsche dir alles Gute in dieser schwierigen Zeit, freue mich, wenn du dich bei uns mal meldest oder mitmachen möchtest oder dich durch diesen Artikel allgemein motiviert fühlst, für den Umweltschutz aktiv zu werden!

Liebe Grüße,

Chiara von FFF Stade

Fotos: Merit Walther

Hier stellen wir euch aktuelle Themen vor und geben euch Veranstaltungstipps für den Landkreis Stade und vielleicht auch darüber hinaus.

Wir freuen uns natürlich auch über eure Vorschläge und Beiträge!

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